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Gezeichnete Felsschlucht: Zwischen hohen, hellen Felswänden führt ein Holzsteg mit Geländer über einen schäumenden Bach, oben stehen Nadelbäume im Sonnenlicht

Durch die Rosengartenschlucht zur Untermarkter Alm

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Es gibt Wege, die durch die Landschaft führen. Und es gibt Wege, die mitten hinein führen. Die Rosengartenschlucht bei Imst gehört zur zweiten Sorte.

13,3 Kilometer, 765 Höhenmeter, gut sechseinhalb Stunden – und der größte Teil davon fühlt sich an, als wäre man in einem anderen Aggregatzustand unterwegs.

In der Schlucht

Der Weg führt auf Stegen und Brücken durch die Klamm, teils direkt über dem Wasser, teils an der Wand entlang. Über einem hängen die Felsen so dicht zusammen, dass vom Himmel nur ein heller Streifen bleibt.

Wir sind am Vormittag los und je näher man am Wasser war, umso lauter wurde es. Aber der Schatten in der Schlucht war für den Aufstieg super.

Hinauf zur Untermarkter Alm

Oberhalb der Schlucht wird es wieder offener. Der Weg zieht weiter hinauf zur Untermarkter Alm, und man kommt aus der Enge heraus in eine ganz andere Landschaft.

Deftiges haben wir dann auf der Alm zu uns genommen und Carola und ich wollten mit der Sommerrodelbahn runter. Aber als es dann an der Zeit war, da war die Menschenschlange so lang, das wir gemeinsam mit den anderen runter gewandert sind.

Ein Bach mitten durch die Stadt

Das Besondere an der Rosengartenschlucht: Sie fängt nicht irgendwo draußen an, sondern mitten in Imst, bei der Johanneskirche. Man geht aus der Stadt heraus und steht nach wenigen Minuten in der Klamm.

Durchflossen wird sie vom Schinderbach, der sich auf ein bis zwei Kilometern durch den Fels gearbeitet hat. Rund 200 bis 250 Höhenmeter überwindet der Weg dabei, vorbei an Wasserfällen und ausgewaschenen Felsbecken. Die Schlucht steht unter Naturschutz.

Angaben nach imst.at und tirol.tl, abgerufen am 23. September 2026.

Eine Schlucht, die mitten in der Stadt anfängt

Das Ungewöhnliche an dieser Tour ist der Einstieg. Man muss nicht erst irgendwo hinfahren und dann zwanzig Minuten zustapfen – die Rosengartenschlucht beginnt direkt in Imst, bei der Johanneskirche. Ein paar Schritte aus der Stadt heraus, und man steht zwischen Felswänden.

Das macht sie auch für Leute zugänglich, die sich sonst keine Bergtour zutrauen. Der Weg durch die Klamm ist auf Stegen und Brücken angelegt und durchgehend gesichert.

Was das Wasser hier gemacht hat

Der Schinderbach hat sich über sehr lange Zeit durch den Fels gearbeitet. Man sieht das an den Formen: ausgewaschene Becken, geschliffene Wannen, Stellen, an denen das Gestein aussieht, als wäre es gegossen worden. Das ist kein Bruch, sondern Schliff – und Schliff braucht Zeit.

An anderen Stellen hängen die Wände so weit über, dass vom Himmel nur noch ein Streifen bleibt. Es ist kühl dort unten, auch im Hochsommer, und deutlich feuchter als draußen. Wer im August kommt, wird das als Wohltat empfinden.

Praktisches für die Runde

Die Schlucht allein ist schnell durchgegangen. Erst der Anschluss hinauf zur Untermarkter Alm macht daraus eine richtige Tour – dann kommen die Höhenmeter zusammen, die auf dem Papier stehen.

Zu empfehlen sind feste Schuhe: Die Stege sind gut, aber der Fels daneben ist nass, und nasser Kalk ist glatt. Eine leichte Jacke schadet auch im Sommer nicht, weil es in der Klamm spürbar kühler ist. Und wer fotografieren will, sollte sich auf schwierige Lichtverhältnisse einstellen: unten dunkel, oben grell – dazwischen liegen mehrere Blendenstufen.

Imst ist mehr als die Schlucht

Wenn man schon dort ist, lohnt sich ein Blick auf den Ort selbst. Imst liegt am Eingang des Gurgltals, und die Altstadt zieht sich den Hang hinauf – mit dem Effekt, dass man auch dort ständig ein paar Stufen geht.

Für uns war die Schlucht der Grund herzukommen. Aber es ist einer dieser Orte, bei denen man sich hinterher denkt, dass man ruhig länger hätte bleiben können.

Klammen gibt es viele – und jede ist anders

In Tirol kommt man an Klammen nicht vorbei, und mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl für die Unterschiede. Manche sind kurz und eng, andere lang und weit; manche tosen, andere sind erstaunlich still.

Die Rosengartenschlucht gehört zu den abwechslungsreicheren. Sie beginnt städtisch, wird dann richtig eng, und öffnet sich weiter oben wieder. Man hat also nicht eine Stimmung, sondern mehrere hintereinander – und das macht sie interessanter als manche bekanntere Schlucht.

Die Tour in Zahlen

  • Strecke: 13,3 km
  • Aufstieg: 765 m
  • Unterwegs: 6:24 Stunden
  • Art: Wanderung
  • Region: Imst, Tirol
  • Datum: 6. September 2026

Die Aufzeichnung bei Komoot: Durch die Rosengarten Schlucht zur Untermarkter Alm. Dort findest Du den genauen Verlauf, das Höhenprofil und kannst die Runde direkt aufs Handy laden.

Trotz des gesicherten Wegs bewerte ich die Tour mit einer 5 – die Höhenmeter hinauf zur Alm sind ehrlich.

Naturlust-Skala für den persönlichen Schwierigkeitsgrad: zehn Stufen von 1 leicht in Grün bis 10 extrem schwer in Rot

Wenn Dir Klammen liegen: Über die Ehnbachklamm und die Schlossbachklamm habe ich auch schon geschrieben.

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Carola & Stephan

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