Das war der längste Tag, den wir dieses Jahr draußen verbracht haben: Losgefahren am Morgen, zurück am Abend, über zehneinhalb Stunden unterwegs. Gefahren sind wir davon dreieinhalb.
57,4 Kilometer standen am Ende auf dem Tacho, dazu 1.501 Höhenmeter. Das Wetter hat mitgespielt wie selten.
Erst mal fahren
Von Seefeld geht es durchs Gaistal hinein – anfangs Asphalt, später Schotter, und immer mit dem Wetterstein zur Linken.


Und dann zu Fuß
Zu den beiden Seen kommt man nicht mit dem Rad. Ab einem bestimmten Punkt stellt man es ab und geht – und es wird steil und felsig.

Also wir haben gefühlt eine Stunde zur Hütte hoch gebraucht. Zum See sind es dann von der Hütte nur noch ein paar Meter.
Die Pause auf der Tillfussalm

Auf dem Rückweg kam die Tillfussalm gerade richtig. Die kennen wir schon von der Saisoneröffnung im Mai – und sie ist immer noch einen Halt wert.
Wir haben uns mal wieder einen leckeren Kaiserschmarrn gegönnt. Und eine Auszeit bei Freunden ist immer schön.
Die Tillfussalm hat von uns das Siegel „Ausgezeichnetes Fleckchen Erde“ – für Orte, an denen es sich lohnt, eine Pause einzulegen und die Seele baumeln zu lassen. Was dahintersteckt, steht auf unserer Seite zur Auszeichnung.
Zehneinhalb Stunden
Dreieinhalb Stunden Fahrzeit, über zehn Stunden unterwegs. Der Rest war gehen, schauen, sitzen, essen. Genau so soll ein Tag im September sein.
Zwei Seen und eine Hütte
Der Drachensee liegt auf 1.874 Metern im Mieminger Gebirge, also in den Nördlichen Kalkalpen. Er ist rund 300 Meter lang und bis zu 28 Meter tief – und er hat keinen Abfluss. Ringsum stehen Sonnenspitze, Drachenkopf und Grünstein.
Direkt daneben steht die Coburger Hütte. Ein Stück unterhalb liegt der Seebensee, der bekanntere der beiden – aber der Drachensee ist der dramatischere.
Angaben nach dem Wikipedia-Artikel Drachensee), abgerufen am 23. September 2026 (Lizenz CC BY-SA).
Warum man das Rad stehen lassen muss
Diese Tour zerfällt in zwei Teile, und das ist ihr Reiz. Der erste Teil ist eine lange, schöne Radfahrt durchs Gaistal – rollend, mit Motorunterstützung gut zu machen, und landschaftlich schon für sich genommen einen Tag wert.
Der zweite Teil geht nur zu Fuß. Zu Seebensee und Drachensee führt kein Weg, auf dem ein Rad etwas verloren hätte. Ab da wird es steil und felsig, und der Motor nützt nichts mehr.
Genau deshalb kommen die zehneinhalb Stunden zusammen. Man fährt nicht nur, man wandert auch – und beides an einem Tag ist ein langer Tag.
Zwei Seen, zwei Charaktere
Der Seebensee ist der bekanntere von beiden. Er liegt flacher, ist größer und hat diesen Blick auf die Zugspitze, den man von tausend Postkarten kennt.
Der Drachensee liegt höher, auf 1.874 Metern, und ist der härtere von beiden: rund 300 Meter lang, bis zu 28 Meter tief, eingeschlossen zwischen Sonnenspitze, Drachenkopf und Grünstein. Er hat keinen sichtbaren Abfluss – das Wasser versickert im Karst und kommt irgendwo weiter unten wieder heraus. Direkt am Ufer steht die Coburger Hütte.
Wenn Du das nachmachen willst
Man braucht dafür einen langen Tag und gutes Wetter. Bei Regen ist der Aufstieg zum See unangenehm, und der ganze Reiz der Seen lebt vom Licht.
Praktisch heißt das: früh los, Akku voll, feste Schuhe für den Fußteil – Radschuhe sind da keine gute Idee. Und ein Schloss fürs Rad, denn es steht ein paar Stunden allein herum. Bei der Rückfahrt sollte man einkalkulieren, dass die Beine vom Gehen schon müde sind, bevor man wieder im Sattel sitzt.
Was das Gaistal für Radfahrer so brauchbar macht
Das Gaistal zieht von Leutasch aus nach Westen, und es hat eine Eigenschaft, die man erst schätzt, wenn man ein paar andere Täler gefahren ist: Es steigt gleichmäßig an. Keine Rampen, keine Stellen, an denen man aus dem Sattel muss.
Dadurch kann man Strecke machen, ohne kaputtzugehen – und hat oben noch Reserven für den Teil, der zu Fuß kommt. Wer dieselbe Höhe in einem steileren Tal sammelt, steht am Einstieg zum Wanderweg schon mit müden Beinen.
Dazu kommt das Wetterstein zur Linken, das einen den ganzen Weg über begleitet. Es wird nicht langweilig, auch wenn man eine Stunde lang im Grunde geradeaus fährt.
Die Tour in Zahlen
- Strecke: 57,4 km
- Aufstieg: 1.501 m
- Fahrzeit: 3:30 Stunden
- Gesamtzeit: 10:31 Stunden
- Art: E-Bike, dazu ein Stück zu Fuß
- Start und Ziel: Seefeld in Tirol
- Datum: 8. September 2026
Die Aufzeichnung bei Komoot: Ebike Tour durchs Gaistal zum Seeben- und Drachensee. Dort findest Du den genauen Verlauf, das Höhenprofil und kannst die Runde direkt aufs Handy laden.
Das zerfällt bei dieser Tour in zwei Teile: Die Radfahrt ist eine 3, der Aufstieg zur Hütte dagegen schon eine 6.

Noch ein Hinweis, wenn Du hinwillst: Die Coburger Hütte hat inzwischen zu – sie ist eine Sommerhütte. Und wenn sie offen hat, sollte man früh dort sein. Sonst wird der Aufstieg zu einem einzigen Stop and go, weil auf dem schmalen Steig ständig jemand entgegenkommt.
Über die Tillfussalm gibt es hier schon einen eigenen Bericht: mit dem Bike zur Saisoneröffnung. Und übers Gaistal habe ich hier geschrieben.
Wir freuen uns auf Dich
Carola & Stephan




