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Hüttlebachklamm im Mai 2026

Hüttlebachklamm zum Aussichtspunkt Schwarzkopf

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350 Meter ging es von Krün über die Hüttlebergklamm hoch zum Aussichtspunkt Schwarzkopf. Da verließ mich mein Mut und die Höhenangst macht sich bemerkbar. Aber es war eine wunderbare, wenn auch kurze Route über 6,8 km, die wir über 3 Stunden lang genießen konnten.

Start & Ziel in Krün

Krün, im oberen Isartal ist ein Ort, der schon beim ersten Blick Ruhe ausstrahlt. Zwischen Wetterstein, Karwendel und den weiten Buckelwiesen wirkt vieles hier entschleunigt. Genau das machte die Wanderung über die Hüttlebachklamm hinauf zum Aussichtspunkt Schwarzkopf so besonders. Es war keine Tour mit strahlend blauem Himmel und perfekten Fernblicken. Stattdessen begleitete uns den ganzen Tag dieses typische alpenländische Wettergefühl: tiefhängende Wolken, kurze helle Momente, ein kühler Wind und immer wieder die Frage, wann der Regen wohl endgültig einsetzen würde. Doch gerade diese Stimmung verlieh der Wanderung ihren ganz eigenen Charakter.

Vom Ortskern in Krün führte der Weg zunächst gemütlich durch ruhige Straßen und vorbei an den typischen Häusern mit ihren Lüftlmalereien. Die Wiesen rund um den Ort leuchteten trotz des grauen Himmels intensiv grün.

Die Hüttlebachklamm

Wenig Wasser in der Hüttlebachklamm

Schon bald erreichten wir den Einstieg zur Hüttlebachklamm. Dort änderte sich die Atmosphäre schlagartig. Der Weg wurde schmaler, dichter Wald umgab uns, aber das erwartete Rauschen des Wassers mussten wir „suchen“. Leider führt die Klamm in diesen Mai Tagen nicht viel Wasser aber der Anblick des „Flußbettes“ zeigte uns, was hier los ist, wenn viel Wasser aus den Bergen kommt. In der Klamm ging es dann sehr viele Stufen hoch und höher. An Ende der Treppe machten wir kurz halt und packten unsere Stöcke aus. Denn jetzt ging es stellenweise über Wurzelwege weiter steil hoch.

Immer wieder schauten wir zwischen den Bäumen hindurch zum Himmel und als wir dann auch noch in der Ferne Donner hörten, da machten wir in einem kleinen aber feinen Unterstand erst einmal Pause. Zwischendurch zeigte sich sogar kurz die Sonne. Für wenige Minuten brach helles Licht durch die Wolkendecke und tauchte die Landschaft in warme Farben.

Gerade das machte die Wanderung besonders angenehm. Keine Hektik, kein Gedränge, keine überfüllten Wege. Stattdessen nur das Knacken der Äste unter den Schuhen, das Rauschen des Windes in den Bäumen und gelegentlich ein Vogelruf aus dem Wald. Die Natur wirkte intensiv und ursprünglich.

Wie gewohnt haben wir auf unseren Touren immer Obst, Riegel und Wasser dabei. So konnten wir beruhigt unseren Snack genießen, denn wir hatten ja ein Dach über den Kopf. Nachdem wir dann alles, inklusive des Mülls, wieder in unseren Rucksäcken verstaut hatten, beschlossen wir den Aussichtspunkt in Angriff zu nehmen. Was ich noch nicht wusste, es lohnt sich der Weg dorthin. Da wir keine weiteren Donner hörten waren wir zuversichtlich, dass wir später auch trocken wieder an der Bushaltestelle in Krün ankommen werden.

Aussichtspunkt Schwarzkopf

Am Aussichtspunkt angekommen, legten wir eine längere Pause ein. Die Stimmung änderte sich im Minutentakt. Gerade noch warfen die dunklen Wolken Schatten auf die Wiesen und Häuser im Tal, und im nächsten Moment lacht wieder die Sonne.

Wir konnten uns wieder auf einer Bank nieder lassen und so ungefähr 5 Meter hinter uns stand die alte Bank, die sich wohl in den nächsten Jahren die Natur zurück holen wird. 2 Meter vor uns lag der „Abgrund“ und ich merkte schon wie so ganz langsam die Höhenangst in mir aufstieg. Aber der Ausblick war die Überwindung dort hoch wert und eigentlich weiß ich mittlerweile sehr gut damit umzugehen.

Da wir zum Teil über den Bäumen saßen konnte ich nicht die 2 Meter an den „Abgrund“ herantreten. Also genoss ich den Anblick der Natur von der Bank aus. Carola kletterte noch ein wenig oberhalb des Aussichtspunktes rum und wir lauschten gemeinsam den Klängen der Natur. Ich kann aber nur jedem diese Tour empfehlen, weil das Bergpanorama was sich einem zeigt ist immer wieder toll. Auch wenn ich wohl niemals über der Baumgrenzen hinaus viel unterwegs sein werde, die Natur im Karwendel und den umliegenden Orten ist einfach wunderbar und mit jedem Schritt kommt man der Natur näher.

Der Blick vom Aussichtspunkt Schwarzkopf in Tal

Von unserer Bank aus konnten wir auch gut den Barmsee auf der anderen Seite des Tales sehen. Der Barmsee ist ein maximal 1,12 km langer und maximal 0,49 km breiter See im Landkreis Garmisch-Partenkirchen (Oberbayern) im Gebiet der Gemeinde Krün nördlich von Mittenwald. Am Nordwestufer des Sees befindet sich ein kleiner Badeplatz. (Quelle Wikipedia)

Zurück den Berg runter nach Krün

Der Rückweg begann mit einem letzten Blick über die Landschaft. Langsam machten wir uns wieder auf den Weg talwärts. Bergab zeigte sich der Wald noch einmal von seiner schönsten Seite. Durch die feuchte Luft roch alles intensiv nach Erde, Moos und Nadelbäumen. Der Weg zurück zur Bushaltestelle in Krün war kürzer als der Aufstieg über die Hüttlebachklamm. Und da der Weg meistens durch den bewaldeten Hang führte, war die Höhenangst auch beim Abstieg kein Thema mehr. Zwei Highlights hatten wir dann noch neben den Ausblicken. Erst mussten wir über eine 5 Meter lange Holzbrücke am Fels ohne Geländer, aber auch die meisterten wir wie die Bergprofis ;-).

Da wir immer wieder zum Fotografieren Stop’s einlegen, erblickten wir auf einmal 10 Meter im Wald eine Gams. Wir waren etwas verwundert, da Gämse ja eher weiter oben unterwegs sind. Sie war mit einem rotem Halsband und einer Ohrenmarke versehen. Das Tier erblickte uns und machte sich dann aus den „Staub“ so dass wir keine Foto mehr machen konnten. So hatten wir beim Abstieg auch noch tolle Erlebnisse bis wir dann wieder in Krün ankamen.

Und kaum hatten wir das Bushäuschen im Blick, da fing es auch richtig an zu regnen. Was hatten wir an diesem Tag für ein Glück mit dem Wetter. Bei Sonne in Krün gestartet, das Gewitter und der Regen zog am Berg an uns vorbei und der Regen setzte erst ein, als wir im Schutz der Hütte an der Bushaltestelle auf unseren Bus nach Mittenwald warteten.

Bist Du jetzt auf den Geschmack gekommen, dann findest Du die schöne Wanderung auch wieder bei Komoot und dort habe ich weitere Bilder veröffentlicht. Und natürlich freuen wir uns über Tipps im Karwendel und Deine Erfahrungen bei den Wanderungen.

Wir freuen uns auf Dich

Carola & Stephan

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